20. Juli 2004

Nordamerika steht unmittelbar vor Erdgaspreiskrise

Der Nordamerikanische Kontinent steht unmittelbar vor einer Erdgaspreiskrise. Einer Studie der Cambridge Energy Research Associates in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Accenture zufolge sind fehlende Anlagen zur Erdgasverflüssigung der Grund für den drohenden Engpass. Der Studie zufolge ist der Bau dutzender Anlagen in den kommenden Jahren notwendig um den Erdgaspreis auch zukünftig auf aktuellem Niveau zu halten.

Obwohl die Erschließung neuer Gasfelder auf dem Nordamerikanischen Kontinent einen neuen Höhepunkt erreichte, fiel die Gasproduktion in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Auch Gasexporte aus Kanada können den Engpass in den USA der Studie zufolge nicht ausgleichen.

Quellen & Externe Links
Cambridge Energy Research Associates
Accenture
Die Autoren der Studie bezeichnen denn auch die Notwendigkeit, die drohenden Engpässe und Preissteigerungen rechtzeitig zu Kommunizieren als die eigentliche Herausforderung an Industrie und Politik. Lösungen wären der sparsamere Umgang mit Flüssigerdgar, oder die Umstellung der Gasraftwerke auf andere fossile Brennstoffe. Mögliche Folgen der steigenden und zunehmend stärker schwankenden Gaspreise könnten steigende Arbeitslosigkeit in Industriebereichen mit hohem Gasverbrauch sein, da diese in andere Länder abwandern könnten. Darüber hinaus hätten Industrie und Privatverbraucher höhere Kosten zu tragen, was wiederum der Nachfrage nach anderen Gütern und Dienstleistungen schaden könnte. Zudem bekämen Stromerzeuger zunehmend Probleme ihr Energieportfolio gegen Risiken abzusichern.

Gegenwärtig wird ca. 25% des amerikanischen Energiebedarfs durch Erdgas gedeckt. Dies entspricht etwa der doppelten Menge der derzeit durch Atomstrom produzierten Menge. Viele Verbraucher stellten in den vergangenen 14 Jahren aufgrund weitestgehend stabiler Preise auf Erdags um. Allein in den den vergangenen 20 Monaten stiegen diese jedoch durchschnittlich um ca. 25%.