07. Juni 2004

Die Abhängigkeit vom Erdöl bleibt noch über Jahrzehnte bestehen

Die Freiburger Nachrichten veröffentlichten am 7. Juni ein Interview mit Rolf Hartl, dem Geschäftsführer der Schweizer Erdölvereinigung, dem Pendant zum deutschen Mineralölwirtschaftsverband. In dem Interview nimmt Herr Hartl Stellung zu aktuellen Themen rund um das Thema Erdöl. Trotz der aktuell hohen Preise für Kraftstoffe und Heizöl sieht Herr Hartl derzeit keinen Trend hin zu einem rückläufigen Erdölverbrauch in der Schweiz. Hintergrund sei demnach die Tatsache, dass es kurzfristig nicht möglich sei einfach auf das Auto als Fortbewegungsmittel zu verzichten. Auch wurde die Umstellung auf verbrauchsärmere KFZ sowie Heizanlagen in etwas 15 Jahre dauern. Den Mehrkonsum beim Dieselkraftstoff schiebt Herr Hartl weniger auf die zunehmende Verbreitung von dieselgetriebenen PKW, als vielmehr auf die anziehende Wirtschaftskonjunktur – es seien in der Folge wieder mehr LKW auf der Straße.

Bezogen auf die aktuelle Preisentwicklung in den Weltrohölmärkten sieht Herr Hartl vorerst keine Entspannung. Vielmehr würde das Jahr 2004 wohl als das Jahr der hohen Rohölpreise in die Geschichte eingehen. Mittelfristig wird ein Preis von 30 Dollar je Barrel Rohöl als wahrscheinlich angesehen. Als Gründe werden genannt, dass die OPEC das Mengenkartell derzeit gut im Griff hat und Saudi Arabien darüber hinaus einen Preis von 30 Dollar je Fass benötigt, um das Staatsbudget im Gleichgewicht zu behalten. Andererseits würden die Ölförderstaaten kein Interesse an mittel- und langfristig höheren Preisen haben, da andernfalls alternative Energieträger wieder konkurrenzfähig würden.