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Der globale Mineralölmarkt
Die weltweite Rohölproduktion stagniert seit einigen Jahren auf einem Niveau um die 3,6 Mrd. Tonnen jährlich. Erst in jüngster Zeit stieg die weltweite Nachfrage, auf Grund der konjunkturellen Belebung in den USA, sowie dem immer schnelleren wirtschaftlichen Aufschwung Chinas, dramatisch an. Das sensible Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage scheint sich, auf Grund dieser Entwicklung zunehmend und mit negativen Auswirkungen auf die Preisentwicklung, zu verschieben. Allgemein rückläufig ist dabei überraschenderweise die jährliche Förderquote der OPEC Staaten. Mit Ausnahme von Algerien produzierten in 2002 alle OPEC Staaten weniger Rohöl als noch im Vorjahr. Insgesamt beträgt ihr Anteil am Weltfördervolumen derzeit knapp 39%. Weltweit größter Ölproduzent ist Saudi-Arabien mit knapp 407 Mio. Tonnen Jahresproduktion gefolgt von Russland mit 378 Mio. Tonnen und den USA mit knapp 350 Mio. Tonnen Fördervolumen. An vierter Stelle folgt für viele sicherlich überraschend Mexiko mit 179 Mio. Tonnen gefolgt von Iran und China, welche sich mit jeweils knapp 170 Mio. Tonnen Jahresproduktion die Plätze fünf und sechs teilen. Zum Vergleich: In Deutschland wurden in 2002 vergleichsweise mickrige 4 Mio. Tonnen Rohöl gefördert.
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| Weit über 60% der bekannten Weltrohölreserven befinden sich im Gebiet des Nahen Ostens. |
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Die derzeit bekannten Weltrohölreserven wurden 2001 auf ca. 165-180 Mrd. Tonnen geschätzt und lagen damit so hoch wie noch nie. Bei den von unterschiedlichen Stellen vorgenommenen Schätzungen müssen jedoch stets die zugrunde gelegten Annahmen berücksichtigt werden. So rechnen einige Prognosen ausschließlich mit konventionellem, also mit Hilfe heutiger Bohr- und Pumpverfahren förderbarem Erdöl, während andere Schätzungen auch bekannte, so genannte unkonventionelle Erdölvorkommen wie beispielsweise Teersande, mit in die Rechnung einbeziehen. Die jeweils angenommene durchschnittliche prozentuale Ausbeute bekannter Vorkommen führt ebenfalls zu teilweise sehr deutlichen Unterschieden in den jeweiligen Einschätzungen. Dennoch, betrachtet man, unabhängig von derartigen Feinheiten, die Prognosen über die Weltrohölreserven aus der Vergangenheit, so ist festzustellen, dass diese in den vergangenen 20-30 Jahren weitestgehend konstant blieben und insbesondere in den vergangenen Jahren sogar recht stark angestiegen sind. Bei der Berechnung der Reserven werden üblicherweise nur diejenigen Vorkommen zu Grunde gelegt, welche mit der heute verfügbaren Technologie wirtschaftlich also vor dem Hintergrund des aktuellen Rohölpreises gefördert werden könnten. Lagerstätten, welche zwar bekannt sind jedoch erst bei höheren Rohölpreisen wirtschaftlich ausgebeutet werden können, sind somit in diesen Berechnungen nicht enthalten. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass sowohl technologische Fortschritte in der Fördertechnik, als auch Preissteigerungen beim Rohöl immer wieder zu Erhöhungen der geschätzten gewinnbaren Rohölreserven führten. Die zunehmende Erschließung von Ölfeldern in den ehemaligen GUS Staaten trägt darüber hinaus ebenfalls dazu bei.
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| Der Pro-Kopf Ölverbrauch liegt in den USA knapp doppelt so hoch wie in Deutschland. |
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Das Schaubild oben zeigt die Verteilung der bekannten Weltrohölreserven Ende 2001. Aufgrund technologischer Fortschritte fand Anfang 2003 eine starke Verschiebung statt. Große Teile der in Kanada in Ölsanden gebundenen Rohölvorräte werden nun, vor dem Hintergrund der durchschnittlichen Preisentwicklung, als wirtschaftlich gewinnbar eingestuft und katapultierten das Land aus dem Stand auf den zweiten Platz hinter Saudi-Arabien in der Rangliste der Länder mit den weltweit größten Rohölvorräten. Auf die Frage ob es sich hierbei um eine realistische Einschätzung handelt, sowie auf weitere Fragestellungen im Zusammenhang mit der Reichweiteneinschätzung bekannter Weltrohölreserven wird in einem gesonderten Kapitel im Detail eingegangen.
Interessant erscheint auch die Betrachtung der weltweit größten Ölverbraucher. Hier führen die USA mit durchschnittlich 2.770 Kg pro Kopf die Rangliste an und haben damit einen knapp doppelt so hohen Pro-Kopf-Verbrauch wie Deutschland. Dennoch ist die alleinige Betrachtung des Mineralölverbrauchs nicht seriös, denn in Deutschland setzt sich Erdgas als Brennstoff für die Wärmeerzeugung immer stärker durch. Eine Betrachtung des gesamten Verbrauchs fossiler Brennstoffe wäre deshalb objektiver.
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Quellen & Externe Links |
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