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Der deutsche Mineralölmarkt
Der deutsche Mineralölmarkt befindet sich seit einigen Jahren in einer Konsolidierungsphase. Dabei stehen dem seit Mitte der 90’er Jahre kontinuierlich rückläufigen Gesamtverbrauch von zuletzt 127 Mio. Tonnen im Jahr 2002 weitestgehend unveränderte Raffineriekapazitäten im Innland gegenüber. Diese wurden in 2002 durch technische Optimierungen sogar noch um 1 Mio. Tonnen auf insgesamt 114 Mio. Tonnen ausgebaut. Die unvorstellbare Menge von 127 Mio. Tonnen Öl entspricht, bei einem Volumen einer Tonne Rohöl von ca. 1 m3 , einem Quader von 500 Metern Seitenlänge. Bei der Produktstruktur finden darüber hinaus seit einigen Jahren kontinuierlich Verschiebungen statt. So wurde in 2002 in Deutschland mit knapp 28 Mio. Tonnen erstmals mehr Diesel- als Ottokraftstoff mit knapp 27 Mio. Tonnen verbraucht.
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| Verbrauch unterschiedlicher Mineralölprodukte in Deutschland im Jahre 2002. |
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Auf der Erzeugerseite stehen deutsche Raffineriestandorte zusätzlich in einem zunehmenden Wettbewerb mit ausländischen Standorten in europäischen Nachbarstaaten. Ausschließlich in Deutschland gültige Umweltauflagen tragen zudem zu einer weiteren Verschlechterung der inländischen Kostensituation bei. Insbesondere von den in Rotterdam ansässigen Raffinerien können der Süden und Westen Deutschlands über die Rheinschiene bzw. die Produktenpipeline RMR schnell und kostengünstig mit Fertigprodukten versorgt werden.
Weiterer Konsolidierungsdruck entsteht zudem auch im Tankstellenmarkt. Nach Schätzungen des Mineralöl Wirtschaftsverbandes (MWV) gibt es derzeit knapp 4.000 Tankstellen zuviel in Deutschland. Die großen Fusionen im Jahr 2002 von BP und ARAL, sowie Shell und DEA hatten zwar eine stärkere Konzentration auf Seiten der bisher schon großen Tankstellenbetreiber zur Folge.
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| Über 50% der Anteile im deutschen Tankstellenmarkt werden von den 3 großen Mineralölkonzernen gehalten. |
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Auf Grund von Kartellauflagen mussten jedoch große Teile des Tankstellennetzes an Wettbewerber veräußert werden, was zu einer deutlichen Diversifizierung unter den Sonstigen Tankstellenbetreibern geführt hat. Zwar konnten in 2002 insgesamt schwarze Zahlen im Tankstellengeschäft geschrieben werden, jedoch führte der harte Wettbewerb den Tankstellenbereich deutscher Mineralölunternehmen in der Vergangenheit regelmäßig in die Verlustzone.
Die durchschnittliche Auslastung deutscher Raffinerien lag in 2002 bei knapp 94%. Die weitere Konsolidierung der deutschen Raffinerielandschaft wird grundsätzlich durch zwei Faktoren erschwert. Zum einen sind mit der Schließung einer Raffinerie, auf Grund von Umweltauflagen, derart hohe Kosten verbunden, dass sich für den Betreiber auch über Jahrzehnte ein Weiterbetrieb in der Verlustzone rechnet. Als weiteres Hindernis für grundlegende Konsolidierungen erscheint die typische Versorgungskette in der Mineralölindustrie, bei der Tankstellen in der Regel von der jeweils nächstgelegenen Raffinerie bzw. dem nächstgelegenen Treibstoffdepot mit Kraftstoff versorgt werden.
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| Raffinieriestandorte und Pipelineversorgungsnetz in Deutschland. |
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Dies führt in der Praxis dazu, dass Unternehmen ohne eigenes Tankstellennetz faktisch unveränderte Marktanteile beim Treibstoffabsatz haben, sofern diese weiterhin im Besitz der entsprechenden Raffinerien und Treibstoffdepots sind. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass ein Unternehmen, welches proaktiv eine Raffinerie schließen würde, unmittelbaren einen größeren Verlust von Marktanteilen hinnehmen müsste, sofern nicht Wettbewerber ebenfalls Raffineriekapazitäten abbauen würden. Es liegt auf der Hand, dass einem börsennotierten und gewinnorientierten Unternehmen eine solche Entscheidung in der Praxis schwer fallen wird.
Die Grafik zeigt die aktuelle Versorgungsinfrastruktur im deutschen Mineralölmarkt. Über Rohölpipelines werden die Raffinerien üblicherweise mit Rohöl zur Herstellung von Fertigprodukten versorgt. Weitere wichtige Transportwege, sowohl für Rohöl, als auch für Fertigprodukte, sind Flüsse über welche mit Hilfe von Binnenschiffen ein großer Teil der Großtankläger und Raffinerien versorgt wird. An der Küste liegende Raffineriestandorte können alternativ auch direkt mit Hilfe von Rohöltankern beliefert werden.
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| Die Rohölimporte nach Deutschland kamen 2002 zu über einem Drittel aus der ehemaligen UDSSR. |
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Die Rohölimporte lagen 2002 auf einem Niveau von knapp 105 Mio. Tonnen. Wichtigstes Lieferland war dabei mit einem Anteil von knapp 30% Russland. Rechnet man weitere GUS Staaten wie beispielsweise Kasachstan hinzu, so erhöht sich der Anteil nochmals auf knapp 37% des deutschen Rohölbedarfs. Norwegen und Großbritannien kommen auf einen Anteil von zusammen etwa 34%. Dagegen nimmt der Anteil der OPEC Staaten seit Jahren kontinuierlich auf mittlerweile weniger 20% ab sicherlich mit ein Grund dafür, dass Deutschland in einem Irakkrieg eine weitaus geringere Notwendigkeit sah als vielleicht die Vereinigten Staaten, welche einen Grossteil ihres Erdölbedarfs aus dem Nahen Osten beziehen.
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Quellen & Externe Links |
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