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Lagerhaltung von Mineralölprodukten
Die Lagerung und Bestandsführung von Mineralölprodukten unterliegt in der Praxis besonderen Anforderungen. Öl ist sowohl aus sicherheitstechnischen Gründen wie auch unter Umweltaspekten zunächst als Gefahrgut zu behandeln und unterliegt deshalb entsprechenden staatlichen Auflagen. Da es sich bei Öl um Flüssiggut handelt sind im Rahmen der Bestandsführung zusätzlich temperaturbedingte Änderungen des spezifischen Volumens, sowie technisch bedingt Mengenabweichungen bei der Befüllung und Entnahme von Produkten, so genannte „Gains and Losses“ zu berücksichtigen. Vereinfacht könnte man sagen, dass sich der Lagerbestand von Öl mit der jeweiligen Außentemperatur verändert. Darüber hinaus existieren besondere steuerliche Auflagen, weil der Mineralölverbrauch in beinahe allen Industrieländern einer mehr oder weniger hohen Mineralölsteuer unterliegt. Allein in Deutschland sind dies jedes Jahr rund 40 Mrd. €. Auf Grund der fiskalischen Bedeutung der Mineralölsteuer fordert der Gesetzgeber deshalb besondere Buch- und Bestandsführungsmodalitäten. Es sind dazu bei jeder Lagerbewegung, neben Sorte und Menge, immer auch der jeweilige Steuerstatus der abgebenden und empfangenden Stelle zu dokumentieren. Hintergrund sind Vereinfachungen welche die jeweiligen Zollbehörden den Lagerbetreibenden Unternehmen in der Regel gewähren. Dabei deklariert die zuständige Zollbehörde ein bestimmtes Gelände, beispielsweise eine Raffinerie oder ein Großtanklager, kurzerhand zum steuerfreien Gebiet ähnlich einem Freihafen. Innerhalb der Grenzen des Lagers kann der Betreiber nun ohne steuerliche Auflagen die Lagerhaltung durchführen. Erst wenn das Produkt das Gelände verlässt also zum Kunden verbracht wird muss dies in der steuerlichen Buchführung berücksichtigt werden, da im Rahmen eines Wechsels des Steuerstatus sofort die volle Mineralölsteuer fällig wird.
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| Das Schaubild zeigt die steuerliche Behandlung von Mineralölprodukten in der Supply Chain. |
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Weil das spezifische Volumen von Flüssigkeiten von der jeweiligen Temperatur abhängt, ist es im Rahmen der Bestandsführung von Mineralölprodukten notwendig bei jeder Produktbewegung die jeweils zugrunde liegende Temperatur und Dichte zu messen, um auf Basis dieser Informationen mit Hilfe von Umrechnungstabellen (ASTM Tabellen) die jeweils zu- oder abgegangenen Mengen mit Bezug zu einer bestimmten Referenztemperatur bestimmen zu können. Die Mineralölbestandsführung könnte dabei grundsätzlich sowohl in Gewichts- als auch in Volumeneinheiten vorgenommen werden. Die Bestandsführung auf Basis von Gewichtseinheiten hat jedoch den Vorteil, dass diese von der jeweiligen Temperatur unabhängig sind eine Tonne ist eine Tonne, egal ob das Gewicht bei 10°C oder 100 °C gemessen wird. Dagegen werden Materialbewegungen, beispielsweise an einer Tankstelle, meist in Volumeneinheiten gemessen, da Lagermittel (Tank) in der Regel im Aufnahmevolumen nicht aber im -Gewicht begrenzt sind. Für eine kaufmännisch korrekte Bestandsführung von Flüssigprodukten sind aus diesen Gründen komplizierte Umrechnungen zwischen unterschiedlichen Gewichts- und Volumeneinheiten auf Basis von Viskositäten zu entsprechenden Referenztemperaturen notwendig. Die übliche Referenztemperatur für Benzin ist beispielsweise 15°C eine entsprechende Mengenangabe könnte somit beispielsweise 50 L15 (50 Liter Volumen bei einer Temperatur von 15° Celsius) lauten.
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| Die Bestandsführung von Flüssigkeiten wird durch temperaturbedingte Volumenänderungen erschwert. |
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Das Schaubild verdeutlicht den Sachverhalt beispielhaft. Es zeigt jedoch noch eine weitere Problematik der Bestandsführung auf. Beim Be- und Entladen von Lager- oder Transportbehältern treten regelmäßig Mengenabweichungen auf, da nie exakt die gleiche Menge entnommen werden kann wie zuvor eingefüllt wurde. Ein Mineralöltank wird üblicherweise über ein Saugrohr mit Produkt befüllt bzw. es wird Produkt entnommen. Da dieses Saugrohr technisch bedingt nicht bis völlig auf den Grund des Tanks reichen kann, weist jeder Öltank einen so genannten Sumpfbestand auf. Auch an den Wänden des Tanks lagert sich viskositätsbedingt Produkt ab, welches ebenfalls nur mit hohem technischem Aufwand entnommen werden könnte. Weil Mineralöl sich beim Kontakt mit der Luft darüber hinaus noch verflüchtigt entstehen auch hier natürliche Fehlmengen, welche sowohl im Rahmen der ordnungsgemäßen Bestandsführung, als auch bei der separaten steuerlich relevanten Buchführung berücksichtigt werden müssen.
Aufgrund der beschriebenen Eigenschaften, ist es deshalb praktischer Alltag wenn ein Tankwagen beispielsweise mit 30.000 Litern Kraftstoff beladen wird. Beim Entladen jedoch nur 29.900 Liter entnommen werden können. Die restlichen 100 Liter werden dann im Rahmen der Bestandsführung als „Verlust“ behandelt.
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Quellen & Externe Links |
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